Währinger Wasserturm soll saniert werden

Währinger Wasserturm
Lesedauer: 3 Minuten

Was passiert mit dem Währinger Wasserturm im Anton-Baumann-Park, wenn dort die neue Station der U5 gebaut wird? Diese Frage hat ein Leser per Facebook gestellt. Wir haben nachgefragt: Der baufällige Turm soll endlich saniert werden, aber erst ab 2026.

Ihre Frage: Weiß man schon, welche Pläne es für den Wasserturm gibt?

Ende März haben die Wiener Linien die Pläne präsentiert, wie die neue Station der U5 beim Anton-Baumann-Park aussehen soll, also bei der Kreuzung mit der U6 beim AKH. Wir haben den Artikel auf unserer Facebook-Seite geteilt und dort hat ein Leser diese Frage gestellt.

Ihre Frage Währinger Wasserturm
Ihre Frage Währinger Wasserturm

Wasserturm soll Teil der Entlüftungsanlage werden

Wir haben diese Frage an die Wiener Linien weitergeleitet. Von der Pressestelle haben wir nur eine sehr kurze Antwort bekommen: „Der denkmalgeschützte Wasserturm im Park bleibt erhalten. Der Turm wird auch umfassend renoviert und saniert werden.

Nachgefragt haben wir auch im Bezirksamt. Die Auskunft von Bezirksvorsteherin Silvia Nossek ist ausführlicher. Sie erklärt dass der Wasserturm im Zug des Neubaus saniert wird und auch eine technische Funktion bekommen soll. Nach jetzigem Stand soll ein Teil der Lüftungsanlage im früheren Wasserturm untergebracht werden. Der Bezirk will den Bau der Station außerdem nützen um den Park und die Umgebung in Schuss zu bringen.

Wasserturm schon seit 140 Jahren nicht mehr in Betrieb

Gebaut wurde der Wasserturm in den 1830er Jahren als Teil der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Dabei wurde gefiltertes Wasser aus dem Donaukanal in mehrere Hochbehälter gepumpt um so die Stadt zu versorgen. Einer davon war auf dem damaligen Ganslberg – dem heutigen Anton-Baumannpark. Über dem Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 141.250 Litern wurde auch ein Turm errichtet. 

Die wachsende Stadt brauchte aber dringend mehr sauberes Wasser. Nach der Eröffnung der ersten Wiener Hochquellenleitung 1873 wurde die alte Wasserleitung schrittweise außer Betrieb genommen. Spätestens seit 1880 hat auch der Wasserturm keine wirkliche Funktion mehr.

Währinger Wasserturm (c)Wasser Stadt Wien

In den 1930ern gab es erste Pläne den Turm abzureißen, die damals aber durch Proteste der Bevölkerung verhindert wurden. Inzwischen steht er unter Denkmalschutz. Bei einer Grabung der Stadtarchäologie im Jahr 2019 wurde festgestellt, dass auch der unterirdische Wasserbehälter noch existiert. Dabei wurde außerdem festgestellt, dass im Anton-Baumann-Park während des Zweiten Weltkrieges rund um den Turm ein Splittergraben zum Schutz vor Bomben existierte. Die ArchäologInnen haben dabei auch viele Objekte aus den 1940ern gefunden.
(Bildquelle: Wasser Stadt Wien – eine Umweltgeschichte).

Viele Ideen aber kein Budget

In den letzten Jahren gab es immer wieder verschiedene Ideen, was mit dem baufälligen Gebäude passierten sollte. Im Gespräch waren ein Café, eine Bäckereifiliale oder ein Eisgeschäft. Der zuständige Bezirk habe dafür aber kein Geld, hieß es immer wieder, eine Sanierung würde mehrere hunderttausend Euro kosten. Der Innenraum des Turms ist außerdem so klein, dass es fast keine nutzbare Fläche gibt. In den letzten Jahren ist der Turm immer weiter verfallen, der Putz fällt ab, an den Wänden und Türen sind Graffiti und der abgesperrte Bereich rund um den Turm ist zugewachsen.

Bau der U-Bahn soll ganzes Grätzl aufwerten

Bis zur Sanierung wird es aber noch einige Zeit dauern. Die neue Linie U5, die künftig hier verkehren soll, wird gerade erst gebaut. Ab 2026 soll sie auf der Strecke der alten U2 vom Karlsplatz bis zur Nationalbank in der Alserstraße fahren. In einem zweiten Schritt soll sie dann über den Arne-Karlsson-Park und das AKH bis zum Elterleinplatz und dann möglicherweise bis zur S45 in Hernals verlängert werden. Bis die U-Bahn auch auf dieser Strecke tatsächlich fährt wird es aber mindestens bis 2032 dauern.

U5-Michelbeuren (c) Wiener Linien

Baubeginn des zweiten Abschnitts soll im Jahr 2026 sein. Im Zug des Umbaus soll der ganze Bereich des Anton-Baumann-Parks attraktiver werden, heißt es auf der Homepage der Stadt Wien. Außerdem soll die Anbindung an den Kutschkermarkt verbessert werden.

Geplant ist ein großes Stationsgebäude entlang des Gürtels. Anfang April hat die Stadt eine entsprechende Visualisierung veröffentlicht. Nach der Präsentation wurden in Sozialen Medien aber auch einige Kritikpunkte vorgebracht.

Kritik an Umsteigeverbindungen

Das betrifft vor allem die Umsteigeverbindungen. Um von der U5 zur U6 zu gelangen muss man laut den jetzigen Plänen erst auf die Oberfläche und dann über die bestehende Gürtelbrücke zur Station der U6. Eine direkte unterirdische Verbindung ist nicht vorgesehen. Kritik gab es auch an den fehlenden Ausgängen in Richtung 42er. Ob der massive Block des mehrstöckigen Stationsgebäudes wirklich eine Verbesserung darstellt, wurde ebenfalls in Frage gestellt.

Bilder: Müller-Schinwald, Stadt Wien, Wiener Linien, „Wasser Stadt Wien – eine Umweltgeschichte“

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