Währinger Volksschulen protestieren gegen Sparpaket

VS Schulgasse
Lesedauer: 2 Minuten

Das Sparpaket, das die Wiener Stadtregierung für den Herbst angekündigt hat, bedeutet für die Volksschulen in Währing deutlich weniger Lehrer-Stunden. Die Elternvereine wollen diese Kürzungen nicht akzeptieren und rufen zu Protestmaßnahmen auf.

Für Schulen und Eltern war es ein Schock: Vor eineinhalb Wochen wurden den Direktionen der Wiener Pflichtschulen mitgeteilt, wie viel Stunden ihnen im kommenden Schuljahr zur Verfügung stehen. Bei praktisch allen Volksschulen in Währing bedeutet das ein deutliches Minus. Die Ganztagesvolksschulen verlieren bis zu 20(!) Prozent ihres Stundenkontingents, auch in den anderen Volksschulen liegt das Minus im Bereich von zehn Prozent. Und das, obwohl es an einzelnen Standorten mehr Kinder und zusätzliche Klassen geben wird.

Das Sparpaket bringt deutliche Verluste bei der Qualität des Unterrichts

Konkret bedeutet das: Weniger Stunden, weniger Lehrer, weniger Sprachförderung, weniger sonderpädagogische Betreuung, weniger Projekte. Die Zusammenlegung von Klassen steht im Raum. Fraglich ist, ob Mehrstufenklassen weitergeführt werden können. Unvermeidlich ist auch der Abbau von Personal: An der VS Schulgasse kann zum Beispiel der Vertrag des beliebten Englisch-Lehrers im kommenden Jahr nicht verlängert werden.

Demonstration am Montag

Viele Elternvereine und LehrervertreterInnen rufen zu eine Kundgebung am Montag auf. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr beim Wiener Rathaus.

Politik spricht von „Umschichtungen“ und mehr Transparenz, bleibt die Fakten aber schuldig

Viele Elternvertreter haben bereits am vergangenen Wochenende bei den zuständigen Stellen nachgefragt: Bei der Bildungsdirektion und dem für Bildung zuständigen Vize-Bürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) – weitgehend ohne Reaktion. Das änderte sich erst durch Medienberichte am Dienstag, im täglichen Morgen-Newsletter des Falter und im Morgenjournal auf Ö1. Wiederkehr und Bildungsdirektor Heinrich Himmer (SPÖ) gaben eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz, in der sie die Einsparungen an den Schulen bestätigten. Es handle sich aber um kein „Sparpaket“ sondern um eine „Umschichtung“ von besser versorgten Schulen zu „Brennpunktschulen“. Außerdem soll die Zuteilung der Stunden grundsätzlich reformiert und transparenter werden.

Schönheitsfehler an diesem Argument: Die Politik konnte fast keine Schulen vorzeigen, die tatsächlich mehr Stunden zugewiesen bekommen haben. Am Freitag kündigte Vize-Bürgermeister Wiederkehr dann an, dass es im kommenden Herbst doch zusätzliche Lehrerstunden geben soll. An der Reform und den „Umschichtungen“ soll sich grundsätzlich aber nichts ändern.

Funktionierende Schulen werden kaputtgespart, warnen Elternvereine

Wie viele Stunden die einzelnen Schulen ab Herbst zur Verfügung haben werden, ist im Moment weitgehend unklar. Eine Planung für den Unterricht im Herbst ist damit nicht möglich, klagen die Direktionen. Die Elternvereine rufen deshalb zu Protestmaßnahmen auf: Funktionierende Schulprojekte dürfen durch Einsparungen nicht kaputt gemacht werden. Die Spaltung zwischen „Brennpunktschulen“ und Privatschulen würde durch die Reform weiter vergrößert. Das öffentliche Schulsystem werde kaputtgespart, heißt es in den Aussendungen der Vereine. Auch die Oppositionsparteien im Wiener Landtag haben sich diesen Forderungen angeschlossen

Auf der Plattform „Open Petition“ kann man die Forderungen der Initiative „SOS SCHULE! MEHR MITTEL IM WIENER PFLICHTSCHULBEREICH FÜR ALLE SCHULEN!“

https://www.openpetition.eu/at/petition/online/sos-schule-mehr-mittel-im-wiener-pflichtschulbereich-fuer-alle-schulen

Share via
Send this to a friend