Spendenaktion für neue Bücherschränke

Bücherschrank Voglmarkt: Ute Griebaum

Drei neue Bücherschränke will eine Initiative rund um den „Kunstraum18“ in Währing aufstellen und bittet dafür um Spenden. Einer der Standorte soll am neu gestalteten Gersthofer Platzl sein.

Literarischer und sozialer Treffpunkt

Zum Treffen mit „Unser Währing“ kommt Ute Griebaum mit Fensterputzmittel und Küchenkrepp auf den Johann-Nepomuk-Vogl-Markt. Gemeinsam mit einigen anderen Anrainern kümmert sie sich darum, dass der Bücherkasten dort in Ordnung ist. Und während sie von den Plänen für die neuen Bücherkästen erzählt, putzt sie gleich einmal die Scheiben.

Bücherschrank: Ute Griebaum räumt auf

Denn diese Scheiben sind etwas besonderes. Als der Bücherschrank nach dem Umbau des Platzes vor einem Jahr aufgestellt wurde, gab es lange Überlegungen und Diskussionen, wie der Schrank aussehen soll. Am Ende entschied man sich für die Spezialanfertigung eines Schlossers: Er ist aus massivem Metall und damit vandalismussicher.

Die Tür fällt automatisch zu, damit es nicht hineinregnet. Eine Dämpfung sorgt dafür, dass beim Zufallen kein Lärm entsteht der die Nachbarn stören könnte. Und die Scheiben sind aus Sicherheitsglas und können daher praktisch nicht zerstört oder zerkratzt werden.

Wer einmal hineingeschaut hat, kommt immer wieder. Der beiden Bücherkasten am Kutschkermarkt und Voglmarkt haben sich zu literarischen Tauschzentralen und sozialen Treffpunkten entwickelt.

Manche bringen etwas, andere nehmen etwas mit – der Andrang ist groß

Das Treffen beim Bücherschrank dauert etwa eine halbe Stunde, an einem ganz normalen Nachmittag eines Werktages. In dieser Zeit kommen vier Leute vorbei um zu sehen, ob es im Kasten etwas neues gibt. Eine Mutter mit Kind stellte neue Bücher in der Schrank. Das Eck sei zu einem richtigen sozialen Treffpunkt geworden, erzählt Griebaum, die für die Grünen in der Währinger Bezirksvertretung sitzt. Sogar zu Weihnachten haben sie gesehen dass Leute vorbeischauen, am vormittag, spät in der Nacht, an allen Tagen der Woche. Viele Bücherliebhaber kommen auch aus dem benachbarten Hernals oder anderen Teilen des Bezirks extra auf den Voglmarkt. Daher sei die Idee entstanden, weitere Bücherschränke in Währing aufzustellen.

Ein Bücherschrank am Gersthofer Platzl, einer am Aumannplatz, einer im Kreuzgassenviertel

In Planung sind ein Bücherschrank am Gersthofer Platzl, einer am Aumannplatz und einer im Kreuzgassenviertel. In Gersthof soll das gleiche Modell aufgestellt werden wie am Voglmarkt. Nach einem Jahr könne man sehen, dass die Konstruktionsich bewährt habe, sagt Griebaum. Die Kosten sind aber relativ hoch. 6.000 Euro muss die Initiative rund um den Kunstraum Währing auftreiben, um den neuen Kasten anzuschaffen. Am Aumannplatz und im Kreuzgassenviertel sollen die Bücherschränke in aufgelassenen Telefonzellen untergebracht werden.

Bücherschrank Johann Nepomuk Voglmarkt

Und weil in Wien alles seine Ordnung haben muss, können die Bücherschränke nicht einfach so aufgestellt werden. Der Verein „art18 – vernetzte kunst währing“ soll offizieller Träger der neuen Schränke werden und die entsprechenden Vereinbarungen mit dem Magistrat abschließen. Was noch fehlt sind Spenden. Und engagierte Anrainerinnen wie Ute Griebaum, die sich ehrenamtlich um die neuen Kästen kümmern werden.

Spenden an:

Kunstraum18 | IBAN: AT72 1200 0100 2850 8777 |

Verwendungszweck: Bücherschränke für Währing

Video: Deshalb lieben wir Bücherschränke und wollen mehr davon

Im Sommer haben sich Griebaum und zwei Kolleginnen am Platz umgehört, was die Währingerinnen und Währinger gut an den Bücherschränken finden und darüber ein Video gedreht.

Photos: Müller-Schinwald