Semmelweisklinik wird zum Kulturzentrum

Semmelweisklinik - Fassade
Lesedauer: 2 Minuten

Im Juni startet die Zwischennutzung des früheren Wirtschaftsgebäudes der Semmelweis-Frauenklinik. Für mindestens zweieinhalb Jahre soll hier ein Freiraum für Kreativität, Kunst, Veranstaltungen, Ateliers, Seminare, Konzerte und noch vieles mehr entstehen. Wer für ein Projekt einen Raum sucht, kann sich jetzt noch bewerben.

Von Lost Places bis zur modernen Großküche

Das frühere Wirtschaftsgebäude der Semmelweisklinik erscheint riesig: Mehr als 2.800 Quadratmeter stehen hier zur Nutzung bereit. Beim Rundgang von „Unser Währing“ durch das Gebäude ist zu erkennen, welche riesigen Möglichkeiten es hier in den nächsten 30 Monaten geben wird. Einige Räume sehen so aus, als ob die letzten Benutzer gerade erst ausgezogen sind. Andere Räume stehen offensichtlich schon seit Jahrzehnten leer. In der früheren Waschküche erinnert eine alte Werbung für Farbfernsehgeräte an die Fußball-WM 1978 in Argentinien.

Crowdfunding um Semmelweisklinik zu adaptieren

Die genauen Pläne für die Nutzung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes entstehen gerade erst. Das Konzept dahinter: Ein Kunst-und Kulturzentrum mit Veranstaltungsbereich und Einbindung der Nachbarschaft. In der Gruppe, die sich für die Zwischennutzung beworben hat, sind Musiker, Architekten, ein Clown, TextilkünstlerInnen, KeramikerInnen, eine Kunsttherapeutin und noch einige mehr. Platz ist vorerst noch genug. In den kommenden Wochen will die Gruppe eine Crowdfunding-Aktion starten, um das Gebäude vorübergehend nutzbar zu machen und zu adaptieren.

Wenn Sie Raum für ein Projekt suchen, können Sie ihr Projekt für die Zwischennutzung der Semmelweisklinik einreichen. Alle Informationen dazu gibt demnächst auf der Homepage: www.semmelweisklinik.at

Instagram: www.instagram.com/semmelweisklinik/

Facebook: https://www.facebook.com/zwischenkulturwien

Bundesimmobiliengesellschaft hat die Semmelweisklinik übernommen

Die Waschküche soll eines der Herzstücke des Zwischennutzungsprojekts werden, erklärt Nathalie Frickey, hier sind Konzerte und Veranstaltungen für bis zu 120 TeilnehmerInnen möglich. Frickey ist Teil eines größeren Teams, das sich gemeinsam für die Nutzung des Gebäudes beworben hat. Sie hat sich zusammen mit einer größeren Gruppe für eine Zwischennutzung des Gebäudes beworben. Für mindestens 30 Monate sollen sie das Haus bespielen können, eine Verlängerung ist prinzipiell nicht ausgeschlossen. Noch sind nicht alle Verträge unter Dach und Fach. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Zwischennutzung im Juni starten.

Vom Kinderheim zur Frauenklinik

Das große Areal in Gersthof wurde 1910 als „Niederösterreichisches Landes-Zentralkinderheim“ eröffnet. In den 1940ern entstand hier dann die Semmelweis-Frauenklinik, die im Jahr 2019 endgültig in die neue Klinik Foridsdorf verlegt wurde. Zwei der vier Pavillions werden schon länger von der privaten „Amadeus International School“ genutzt. Der Rest gehört inzwischen der Bundesimmobiliengesellschaft BIG. Zwei andere Pavillons, die jetzt noch leer stehen, sollen zu Schulgebäuden umgebaut werden. Was mit dem künftigen Wirtschaftsgebäude passieren soll, ist noch offen. Und solange es keine fixen Pläne gibt, kann das große Haus für Kunst- und Kulturzwecke genutzt werden.

Unterstützung kommt von der „Kreative Räume Wien„, die solche Zwischennutzungen organisatorisch begleitet. Und wie gut eine solche vorübergehende Einmietung funktionieren kann, war in der Semmelweisklink bereits zu erleben. Im vergangenen Herbst fand in zwei Pavillons die „Parallel Vienna“ statt, eine Mischung aus Kunstmesse, Ateliers und Ausstellungsfläche. Auch in diesem September werden sie noch einmal in der Semmelweisklinik stattfinden, bevor in den beiden Pavillons die Umbauarbeiten beginnen.

Bilder: Müller-Schinwald

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