Semmelweisklinik: Jetzt geht es los

Waschküche Semmelweisklinik oben
Lesedauer: 2 Minuten

Das Kunst- und Kulturzentrum im Wirtschaftsgebäude der Semmelweisklinik startet endlich. Bis alles so läuft, wie es sich die BetreiberInnengruppe vorstellt, ist aber noch einiges an Arbeit nötig. Dafür gibt es ein Crowdfunding für Geld und Arbeitszeit. Wir haben uns die Vorbereitungen angeschaut.

Putzen, Schrubben, stemmen

Immer wenn wir gemeinsam eine Pause machen wollen, fangen wir gleich wieder an den nächsten Arbeitsschritt zu besprechen, erzählt einer Initiatoren des Projekts in der Semmelweisklinik. Und Arbeit gibt es mehr als genug. Einige Räume im ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Klinik wurden bis vor wenigen Monaten noch genutzt. Andere Räume stehen hingegen seit Jahren leer – getrennt sind diese Welten oft nur durch eine einzelne Tür. Die hintere Flügel wird seit etwa 30 Jahren nicht mehr genutzt. Hier gibt es weder einen funktionierenden Wasser- noch einen Stromanschluss. Damit auch dieser Teil verwendet werden kann, ist noch viel zu tun.

Räume für Kunst, Kultur und Veranstaltungen

Die Räume sollen als Ateliers, für Workshops und für Veranstaltungen vermietet werden. Das Konzept: Ein Kunst-und Kulturzentrum mit Veranstaltungsbereich und Einbindung der Nachbarschaft. In der Gruppe, die sich für die Zwischennutzung beworben hat, sind Musiker, Architekten, ein Clown, TextilkünstlerInnen, KeramikerInnen, eine Kunsttherapeutin und noch einige mehr. Platz ist vorerst noch genug. Das Crowdfunding hat inzwischen die Mindestsumme von 10.000 Euro überschritten, damit das Projekt tatsächlich starten kann. Je mehr Geld zusammenkommt, desto mehr Möglichkeiten gibt es später allerdings auch.

Beim Crowdfunding kann man Geld oder Zeit spenden. Je nach Spendensumme gibt es auch verschiedene Dankespakete: Von „Fast-Lane-Tickets“ bei Veranstaltungen über persönliche Führungen bis zur eigenen Veranstaltung in der Waschküche. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 17.6.:

www.imgraetzl.at/crowdfunding/kunst-und-kulturzentrum-semmelweisklinik

Zwischennutzung für 30 Monate

Zwei der vier Pavillons der ehemaligen Klink werden bereits als Schulgebäude genutzt, zwei weitere werden demnächst zu Schulen umgebaut – wir haben im Mai darüber berichtet. Was mit dem Wirtschaftsgebäude passieren soll ist noch unklar. Die Besitzerin des Geländes, die Bundesimmobiliengesellschaft BIG, hat deshalb eine sogenannte Zwischennutzung ausgeschrieben. Dabei ist das Projekt eines 11-köpfigen Teams zum Zug gekommen, das das Gebäude als Kunst- und Kulturzentrum nutzen will. Vorerst wurde der Vertrag für 30 Monate unterschrieben, eine vorübergehende Verlängerung ist möglich.

Schritt für Schritt, bis die neue Semmelweisklinik fertig ist

Dabei geht es nicht nur um Geld erklärt Nathalie Frickey, eine der Organisatorinnen. Man könne auch vorbeikommen um beim Putzen und Aufräumen zu helfen. Oder man könne sich melden um bei Transporten einzuspringen. Auch HandwerkerInnen oder handwerklich begabte Menschen seien sehr willkommen.

Die Stimmung ist beim Besuch von „Unser Währing“ sehr gut, die ersten Veranstaltungen haben bereits stattgefunden. Das Projekt soll Schritt für Schritt starten. Bis auch die eigene Kantine und der große Veranstaltungssaal in der alten Waschküche fertig sind, wird es allerdings voraussichtlich noch bis zum Herbst dauern. Bis dahin gibt es genügend zu tun und in den Pausen auch mehr als genug zu besprechen.

Alle Informationen über die Aktivitäten und Programme gibt es künftig auf der Seite: www.semmelweisklinik.at

Unterstützung kommt von der Organisation „Kreative Räume Wien„, die solche Zwischennutzungen organisatorisch begleitet. Und wie gut eine solche vorübergehende Einmietung funktionieren kann, war in der Semmelweisklink bereits zu erleben. Im vergangenen Herbst fand in zwei Pavillons die „Parallel Vienna“ statt, eine Mischung aus Kunstmesse, Ateliers und Ausstellungsfläche. Auch in diesem September werden sie noch einmal in der Semmelweisklinik stattfinden, bevor in den beiden Pavillons die Umbauarbeiten beginnen.

Photos: Müller-Schinwald

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