Kutschkermarkt und Schulgasse werden neu gestaltet

Ulli Sima silvia Nossek Kutschkermarkt
Lesedauer: 3 Minuten

Der Kutschkermarkt wird deutlich vergrößert, Schulgasse und Kutschkergasse werden verkehrsberuhigt, außerdem kommen 35 neue Bäume – das haben Stadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteherin Silvia Nossek bekannt gegeben. Wir haben uns die ersten Pläne angeschaut. Die politischen Parteien reagieren auf das Projekt unterschiedlich

Drittgrößter Markt Wiens bekommt noch mehr Platz

Der Kutschkermarkt sei weit über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt und beliebt, auch sie selbst kaufe immer wieder gerne hier ein, sagt Stadträtin Ulli Sima von der SPÖ bei der Präsentation der Pläne für die Neugestaltung. Damit Standler und Besucher mehr Platz bekommen, wird deshalb der Bereich Schulgasse – Kutschkergasse großräumig umgestaltet. Der Markt platze jedes Wochenende aus allen Nähten, ergänzt die grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Die neuen Bäume sollen gegen die immer stärkende Hitze in der Stadt helfen. Außerdem werde so eine wichtige Zu-Fuß-Achse im Bezirk aufgewertet, nämlich der Weg von der Währingerstraße zur U-Bahnstation Michelbeuern-Akh.

Kutschkermarkt neu ©Claudia Marshall

Fußgängerzone, neue Marktstandln

Der Markt wird künftig über die Schulgasse hinaus verlängert, das bisherige Kreuzungsplateu wird ein eine Fußgängerzone umgewandelt, Kraftfahrzeuge dürfen hier künftig nicht mehr fahren. In der Kutschkergasse entstehen vier neue fixe Marktstände. Der wöchentliche Bauernmarkt wird ebenfalls erweitert und reicht künftig bis zur Staudgasse, hier kommen 12 neue Standplätze dazu. Während des Umbaus wird der Markt in die Schulgasse verlegt.


Kutschkergasse_Map

35 neue Bäume und 11 zusätzliche Pflanzbeete

In der Kutschkergasse und in der Schulgasse werden insgesamt 35 neue Bäume gepflanzt. Dort wo aufgrund der Einbauten unter der Straße keine Baumpflanzungen möglich sind, werden Pflanzbeete aufgestellt. Außerdem werden Gehsteige vorgezogen und verbreitert um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

BürgerInnen sind eingeladen beim Kutschkermarkt mitzureden

In den nächsten Tagen bekommen 7.000 Haushalte in der Umgebung des Marktes einen Brief mit genaueren Informationen. Ab Oktober wird es außerdem im Amtshaus in der Martinstraße eine Ausstellung zum Umbau geben. Der große Plan stehe zwar schon weitgehend fest, hieß es bei der Präsentation. Bei Details und in Teilbereichen gebe es aber Spielraum um auf Anliegen und Vorschläge der BürgerInnen einzugehen.

UPDATE: NEOS freuen sich über den Umbau, ÖVP kritisiert Informationspolitik des Bezirks

Auch die NEOS zeigen sich sehr erfreut über den Umbau. In der Wiener Stadtregierung sind die NEOS für die Märkte zuständig. In einer Aussendung heißt es, mit der Umgestaltung werde eine langjährige Forderung der Partei endlich umgesetzt. Bei einem Grätzelfest im Jahr 2019 habe die Partei bereits bewiesen, dass eine Sperre der Kreuzung für den Autoverkehr problemlos möglich sei. „Sowohl Standlbesitzer_innen, Besucher_innen als auch die Anrainer_innen werden davon profitieren, die Maßnahmen werde für ein einmaliges Einkaufserlebnis sorgen“, heißt es von den NEOS.

Nach der Präsentation des Projekts hat sich auch die Währinger ÖVP mit einer Aussendung an die Öffentlichkeit gewandt. Darin kritisiert sie, dass die zuständigen Gremien der Bezirksvertretung nicht vor der breiten Öffentlichkeit über die Umbaupläne informiert worden seien. „Bezirksvorsteherin Nossek ignoriert bereits zum wiederholten Male die demokratischen Institutionen des Bezirkes und tritt damit die Wiener Stadtverfassung mit Füßen. Es muss endlich mit den politischen Alleingängen der Bezirksvorsteherin Schluss sein.“ heißt es darin. Wenn politische Mandatarinnen und Mandatare zum wiederholten Male über Zeitungsartikel von Projekten in Kenntnis gesetzt würden, müssten die Alarmglocken läuten.

Kutschkermarkt neu ©Claudia Marshall2

Kutschkergasse-Staudgasse

Der Bauernmarkt am Wochenende reicht künftig bis zur Staudgasse. Im gesamten Bereich soll der Straßenraum grüner werden, in regelmäßigen Abständen sind Bänke und Aufenthaltsbereiche geplant. Trinkbrunnen sollen für Wasser zum Abkühlen sorgen.


Kutschkermarkt neu ©Claudia Marshall3

Fahrradfreundliche Schulgasse

Die Schulgasse wird zwischen Semperstraße und Martinstraße zur fahrradfreundlichen Straße umgebaut – ein Lückenschluss zwischen dem bestehenden Gürtel-Radweg und dem oberen Teil der Schulgasse, der bereits 2018 zur fahrradfreundlichen Straße umgestaltet wurde. Außerdem sollen im Bereich Schulgasse-Kutschkergasse sechs Kreuzungen angehoben werden, um die Verkehrsberuhigung im Grätzl zu verstärken.

Baubeginn im März, Fertigstellung im Herbst 2023

Wenn die Vorbereitungen nach Plan laufen, soll im März 2023 mit dem Bauarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist im Herbst des kommenden Jahres geplant. Finanziert wird die Umgestaltung aus Mitteln des Bezirks und von Seiten der Stadt aus Mitteln des Förderprogramms „lebenswerte Klimamusterstadt“, des Radwegebudgets und Mitteln zum Ausbau von Märkten.

Infoausstellung „Mehr Platz für den Markt / Mehr Bäume in den Straßen“ Amtshaus Währing, Martinstraße 100, Foyer rechts – 03.–28.10.2022, MO–FR 7.30–17 Uhr, DO bis 18 Uhr (am 26.10. geschlossen)

Fachlicher Austausch mit Politik und Verwaltung bei der Ausstellung:

5.10.2022, 11.10.2022, 20.10.2022, jeweils von 17–19 Uhr

Führungen durchs Projektgebiet:

Freitag, 7.10. und Freitag, 14.10. von 15–17 Uhr, Ersatztermin bei Schlechtwetter: Samstag, 22.10. von 14–16 Uhr Um Anmeldung wird gebeten, unter: post@bv18.wien.gv.at

Kutschkermarkt alt
Kutschkermarkt alt

Bilder: Müller-Schinwald, Illustration: Claudia Marschall – Planungsstand September 2022

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