Währing führt bei Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr

Radfahren gegen die Einbahn Währing
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In keinem anderen Bezirk sind so viele Einbahnen für das Radfahren geöffnet wie im 18en. Auch die Zahl der Radbügel ist zuletzt stark gestiegen. Bei getrennten Radwegen ist der Bezirk hingegen eines der Wien-weiten Schlusslichter. Vor der Aktionswoche für den Radverkehr haben wir uns die Zahlen im Bezirk genauer angeschaut.

Acht bis zehn Fahrräder statt eines Autos

Im vergangenen Jahr sind in Währing genau 434 neue Abstellplätze für Fahrräder im öffentlichen Raum geschaffen worden, das ergibt eine Auswertung der Zahlen der Stadt Wien. Damit ist die Zahl der Radabstellplätze um 31 Prozent auf insgesamt 1.836 gestiegen. Der weitaus größte Teil der neuen Abstellplätze ist übrigens auf der Fahrbahn errichtet worden. Wo früher ein Auto geparkt hat, finden jetzt also acht bis zehn Räder Platz. Nur 22 der neuen Plätze sind auf Gehsteigen.

Zuständig für das Aufstellen von Radbügeln ist der Bezirk. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: Wie komme ich zu einem Radbügel?

Leopoldstadt und Landstraße liegen in Führung

Im Vergleich zu anderen Bezirken steht Währing damit nicht schlecht da, liegt allerdings nicht im Spitzenfeld. In der Leopoldstadt ist die Zahl der Abstellplätze im Vorjahr sogar um 930 Plätze gestiegen, in der Landstraße um 655 und in Neubau um 500. Nur in einem einzigen Bezirk ist die Zahl der Abstellplätze im Vorjahr zurückgegangen, zeigt ein Bericht von W24, nämlich in der Josefstadt. Als Grund dafür gibt die dortige Bezirksvorstehung die U-Bahn-Baustellen an.

Platz eins bei Öffnung von Einbahnen für Radverkehr

Wienweit auf Platz eins ist Währing hingegen bei den Einbahnen, die von RadfahrerInnen in beide Richtungen befahren werden dürfen. Die Radlobby hat im Jahr 2020 eine große Studie zu diesem Thema durchgeführt. Damals waren in Währing 73% der Einbahnen geöffnet. Seit damals sind noch einige weitere Straßen dazugekommen, zuletzt in der Antonigasse und der Paulinengasse. Die Spitzenposition in diesem Bereich hat eindeutig mit dem Wechsel der Bezirksvorstehung im Jahr 2015 zu tun. Davor lag Währing abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Seit damals hat sich der Anteil der geöffneten Einbahnen mehr als verdoppelt.

Radfahren gegen die Einbahn - Bezirke Prozent
Radfahren gegen die Einbahn – Bezirke Prozent. Quelle: Radlobby

Bisher praktisch keine getrennten Radwege

Ganz hinten liegt Währing aber was baulich getrennte Radwege betrifft. Laut den letzten vorliegenden Daten der Stadt Wien aus dem Jahr 2019 entfielen gerade 0,3 Prozent des öffentlichen Raums auf Radwege. Nicht viel besser schaut es übrigens für FußgängerInnen aus: Fußgängerzonen umfassen nur 0,8%, weitere 34% sind „Gehsteige und Fahrbahnteiler“, wie es in der Statistik heißt. Dem Autoverkehr stehen hingegen satte 64% des öffentlichen Raums zur Verfügung – obwohl in Wien nur 27 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden (eine aktuelle Auswertung zum „Modal Split“ nach Bezirk liegt leider nicht vor). Inzwischen sind zwar einige getrennte Radwege in Bau, etwa in der Pötzleinsdorfer Allee oder am Gürtel, deutlich ändern werden sich diese Zahlen dadurch aber nicht. Auch Wien-weit ist Währing bei den Radwegen weit abgeschlagen.

Genügend Platz, um den öffentlichen Raum fairer zu gestalten

Besonders drastisch ist das Missverhältnis in Inner-Währing: Im Gürtelnahen Bereich und im Kreuzgassenviertel besitzt nur etwa ein Drittel aller Haushalte überhaupt ein eigenes Auto. Dafür ist dort der Anteil der Gehsteige und der Bäume im öffentlichen Raum besonders klein, der Platz für das Abstellen von Kraftfahrzeugen hingegen besonders groß. Währing zählt zu den Bezirken, in denen die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge stagniert. Durch die Ausweitung des Parkpickerls auf ganz Wien wird der Autoverkehr insgesamt noch weiter zurückgehen. Platz um den öffentlichen Raum gerechter zu verteilen, wäre also vorhanden.

Radwege Wien
Radwege Wien

Bezirk will Förderung des Radverkehrs fortsetzen

Bei der Aktionswoche für den Radverkehr im Mai will der Bezirk noch einmal auf die Vorteile dieses Verkehrsmittels aufmerksam machen. Kurze Wege in der Stadt lassen sich so schneller zurücklegen als mit allen anderen Verkehrsmitteln, betont Bezirksvorsteherin Silvia Nossek in einer Aussendung. Der Umstieg auf das Rad sei außerdem die einfachste und wirksamste Maßnahme um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Währing fährt Rad - BV18

Die Aktionswoche für den Fahrradverkehr findet vom 9. bis zum 14. Mai statt. Das vollständige Programm finden Sie auf der Homepage der Bezirksvorstehung: www.wien.gv.at/bezirke/waehring/

Und natürlich in unserem Veranstaltungskalender.

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